LIGA-REPORT 1/2009 als PDF herunterladen
Informationsbrief der Internationalen Liga für Menschenrechte mit folgendem Inhalt:

Presserklärungen der Liga

  • Geheimdienstliche Langzeit-Beobachtung von Rolf
    Gössner mit sofortiger Wirkung eingestellt!
  • Zur Lage in Gaza
  • Zum 4.Todestag von Oury Jalloh
  • UN bemängelt deutsche Maßnahmen gegen
    Rassismus
  • Solidaritätsadresse der Liga
    Anlässlich des Mords an Bassem Ibrahin Abu
    Rahme, Bil’in

Ausgewählte Beiträge unserer Mitglieder
Rassismus

  • Yonas Endrias Auf allen Ebenen der Gesellschaft

Behindertenrechte

  • Europäischer Protesttag der Behinderten

Iran

  • Fanny-Michaela Reisin Zwanzig Jahre Gedenken der
    Opfer der Islamischen Republik Iran 1988
  • Mila Mossafer Der Kampf der iranischen Frauen
    für Gleichberechtigung

Polen

  • Marianne Reiff-Hundt Besuch im nachbarlichen
    Słonsk / Sonnenburg

Deutschland / Europa

  • Rolf Gössner Gefährliche Entgrenzung
  • Rolf Gössner EU-Terrorliste

Berliner Veranstaltungen

  • Reinhard Strecker Anregende Mitteilungen

Termine & Veranstaltungen
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Ex-Bundesverfassungsrichter mahnt sorgsameren Umgang mit Grundrechten an

Hassemer lobt zum 60-jährigen Verfassungsjubiläum gestiegenes Bewusstsein für Datenschutz /

Striktes Verbot der Verwertung von Folter-Aussagen gefordert

Der frühere Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Winfried Hassemer, hat zu einem sorgsameren Umgang mit den Grundrechten aufgerufen. “Wir beobachten in Gesetzgebung und Verwaltung einen allgemeinen Trend hin zu mehr Sicherheit und Prävention, der häufig zu Lasten der klassischen bürgerlichen Freiheiten geht”, sagte Hassemer anlässlich der Vorstellung des Grundrechte-Reports 2009 am Montag in Karlsruhe. Als Beispiel nannte er die zunehmende Beschränkung der Demonstrationsfreiheit durch immer strengere Versammlungsgesetze.

Kurz vor dem 60. Jubiläum des Grundgesetzes am 23.5.2009 zog Hassemer ein kritisches, aber auch positives Fazit der deutschen Verfassungswirklichkeit. “Insbesondere im Bereich des Datenschutzes erleben wir, dass ein schon fast tot geglaubtes Grundrecht neu an Bedeutung gewinnt, weil die Bürger durch die Überwachungsskandale in großen Unternehmen aufgeschreckt werden”, sagte der ehemalige Bundesverfassungsrichter, der von 1991 bis 1996 auch hessischer Datenschutzbeauftragter war.

Klar wandte der emeritierte Professor für Strafrecht der Universität Frankfurt sich gegen Tendenzen, zum Zweck der Verfolgung oder Verhütung von Terroranschlägen das Folterverbot des Grundgesetzes aufzuweichen. “Vor vergifteten Beweismitteln dürfen wir nicht die Augen verschließen. Wenn es belastbare Anzeichen gibt, dass Zeu-genaussagen in ausländischen Gefängnissen unter Folter erzwungen wurden, dann muss ihre Verwendung sowohl deutsche Behörden als auch Gerichten strikt verboten sein.”

Für die Herausgeber des Grundrechte-Reports kritisierte Till Müller-Heidelberg, ehemaliger Bundesvorsitzender der Humanistischen Union, einen abnehmenden Respekt der Politik gegenüber dem Grundgesetz. Als Beispiel nannte er die im vergangenen Jahr durch das Bundesverfassungsgericht verworfene Online-Durchsuchung: “In das neue BKA-Gesetz wurde die Erlaubnis dazu dann gleich wieder hineingeschrieben, zusammen mit einem Bündel von fragwürdigen Eingriffsermächtigungen — vom Belauschen von Berufsgeheimnisträgern bis zur schon tot geglaubten Rasterfahndung”, sagte Müller-Heidelberg. Ebenso rügte er die Rechtsblindheit von Ermittlungsbehör-den und sogar Gerichten, die immer wieder gegen die gefestigte Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts etwa zur Unverletzlichkeit der Wohnung nach Artikel 13 Grundgesetz verstießen.

Auch Betroffene kamen zu Wort. So schilderte ein Totalverweigerer “erzieherische Maßnahmen” der Bundeswehr, die darauf hinausgelaufen seien, seine Gewissensentscheidung gegen die Wehrpflicht zu brechen. Der Anmelder einer Demonstration in Karlsruhe berichtete, wie er zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil Teilnehmer sich an vergleichsweise marginale Auflagen nicht gehalten hatten: Die Ordner seien der Polizei 15 Minuten zu spät vorge-stellt worden, manche Teilnehmer “zu ähnlich gekleidet” gewesen.

Der im Fischer Taschenbuch Verlag verlegte, 1997 erstmals erschienene “Grundrechte-Report” versteht sich als “alternativer Verfassungsschutzbericht”. Neun Bürger- und Menschenrechtsorganisationen dokumentieren darin jährlich den Umgang mit dem Grundgesetz.

Grundrechte-Report 2009 - Zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland; Herausgeber:

T. Müller-Heidelberg, U. Finckh, E. Steven, M. Assall, M. Pelzer, A. Würdinger, M. Kutscha, R. Gössner und U. Engelfried.

Grundrechte-Report 2009. Herausgegeben von:

Humanistische Union . Gustav Heinemann-Initiative . Komitee für Grundrechte und Demokratie . Bundesarbeitskreis Kritischer Juragruppen . PRO ASYL . Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein . Vereinigung demokratischer Juristinnen und Juristen . Internationale Liga für Menschenrechte . Neue Richtervereinigung

Preis € 9,95; 256 Seiten; ISBN 978-3-596-18373-9; Fischer Taschenbuch Verlag; Juni 2009. Ab sofort im Handel.

Rezensionsexemplare ausschließlich zu Pressezwecken können über den Fischer Taschenbuch Verlag bestellt werden (heidi.borhau@fischerverlage.de).

Grundrechte-Report 2009
c/o Humanistische Union

Greifswalderstr. 10
10405 Berlin
E-Mail: info@humanistische-union.de
Tel: 030 / 20 45 02 56

Fischer Taschenbuch Verlag
Frankfurt am Main
Hedderichstr. 114
60596 Frankfurt am Main
Internet: www.grundrechte-report.de

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logo2 stimmen09

Die Bedingungen, unter denen Flüchtlinge und Papierlose in der Bundesrepublik Deutschland leben müssen, sind miserabel und die EU verkehrt den Schutz von Flüchtlingen in den Schutz vor Flüchtlingen. Das wird schon lange kritisiert.

Wir wollen das „Wahljahr 2009“ dazu nutzen, diese Probleme einer breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen und unsere Kritik und unsere Forderungen wirksam an die Politik heranzutragen. Dazu hat sich das Aktionsbündnis Hier Geblieben! mit Flüchtlingsräten sowie MigrantInnen-, Jugend- und weiteren Nichtregierungsorganisationen (NGO) zusammengeschlossen.

Zum Bündnis

In der ersten Phase der Kampagne, bis zu den Europawahlen am 7. Juni 2009, sind die Forderungen und Aktionen auf die Gesetzgebungen und Verordnungen der EU und die erschreckend inhumane Praxis vor und hinter den Grenzen der EU gerichtet.

Beim Wort genommen – Wahlprüfsteine - . Wahlprüfsteine

Vom Kampagnenbündnis werden den KandidatInnen Fragen zu Brennpunkten in den Bereichen Flucht, Asyl und Migration zugesendet werden.

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