Programm der Konferenz des “Grundrechte-Reports” am 23. / 24. Mai 2008 - Humboldt-Universität zu Berlin.

Programm als PDF

Plakat zur Konferenz als PDF

Die Politik der „Inneren Sicherheit” forciert seit einigen Jahren den Ausbau staatlicher Befugnisse.  Der Bundestag hat allein in den vergangenen sieben Jahren über 50 Gesetze verabschiedet, die tief in die Bürgerrechte eingreifen. Sie reichen von der Registrierung der Konten- und Reisebewegungen über die Speicherung biometrischer Daten bis zur Überwachung der Kommunikation. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar; im Sicherheitsstaat ist kein Platz für die Rechte der Bürgerinnen und Bürger.

Die Begründungen für diese Politik sind beliebig austauschbar. Waren es gestern „Organisierte Kriminalität”, „Ausländerkriminalität” oder „Jugendgewalt”, so wird heute der „Internationale Terrorismus” angeführt, vor dem nur ein mächtiger Staat schützen könne. Das so geschaffene Klima der Angst verhindert eine nüchterne Betrachtung der vermeintlichen Bedrohungen. Statt dessen wird der Staat mit immer weitergehenden Machtbefugnissen ausgestattet. Rechtliche Grenzen werden ausgehöhlt, unterschiedliche Sicherheitsapparate kooperieren, modernste Überwachungstechnik wird dienstbar gemacht. Der Sicherheitsstaat stellt eine unkontrollierbare Bedrohung für eine liberale Gesellschaft, für die Bürger- und Menschenrechte dar.

Seit 1997 präsentieren neun deutsche Bürger- und Menschenrechtsorganisationen jährlich den Grundrechte-Report. Er berichtet über staatliche Freiheitseinschränkungen und die Entwicklung der von der Verfassung garantierten Rechte. Die Bilanz fällt ein ums andere Mal negativ aus - insbesondere im Feld der Inneren Sicherheit. Die Missachtung von Grundrechten erschöpft sich nicht in Einzelfällen, sie steht im Zusammenhang mit dem Ausbau staatlicher Überwachung und Kontrolle. Im Rahmen der Konferenz wollen die Veranstalter diese Entwicklungen der vergangenen Jahre analysieren. Gleichzeitig sollen konkrete Vorschläge diskutiert werden, wie Verletzungen der Grundrechte wirksamer verhindert und die Fülle staatlicher Macht eingeschränkt und kontrolliert werden können.

Die Legitimität des Sicherheitsdenkens hat in den letzten Jahre Risse bekommen. Diese zu vertiefen, ist das Ziel des Kongresses.

PROGRAMM

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Freitag, 23. Mai, 2008
Samstag, 24. Mai, 2008

Programm der Konferenz des “Grundrechte-Reports” am 23. / 24. Mai 2008 - Humboldt-Universität zu Berlin.

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Die Politik der „Inneren Sicherheit” forciert seit einigen Jahren den Ausbau staatlicher Befugnisse.  Der Bundestag hat allein in den vergangenen sieben Jahren über 50 Gesetze verabschiedet, die tief in die Bürgerrechte eingreifen. Sie reichen von der Registrierung der Konten- und Reisebewegungen über die Speicherung biometrischer Daten bis zur Überwachung der Kommunikation. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar; im Sicherheitsstaat ist kein Platz für die Rechte der Bürgerinnen und Bürger.

Die Begründungen für diese Politik sind beliebig austauschbar. Waren es gestern „Organisierte Kriminalität”, „Ausländerkriminalität” oder „Jugendgewalt”, so wird heute der „Internationale Terrorismus” angeführt, vor dem nur ein mächtiger Staat schützen könne. Das so geschaffene Klima der Angst verhindert eine nüchterne Betrachtung der vermeintlichen Bedrohungen. Statt dessen wird der Staat mit immer weitergehenden Machtbefugnissen ausgestattet. Rechtliche Grenzen werden ausgehöhlt, unterschiedliche Sicherheitsapparate kooperieren, modernste Überwachungstechnik wird dienstbar gemacht. Der Sicherheitsstaat stellt eine unkontrollierbare Bedrohung für eine liberale Gesellschaft, für die Bürger- und Menschenrechte dar.

Seit 1997 präsentieren neun deutsche Bürger- und Menschenrechtsorganisationen jährlich den Grundrechte-Report. Er berichtet über staatliche Freiheitseinschränkungen und die Entwicklung der von der Verfassung garantierten Rechte. Die Bilanz fällt ein ums andere Mal negativ aus - insbesondere im Feld der Inneren Sicherheit. Die Missachtung von Grundrechten erschöpft sich nicht in Einzelfällen, sie steht im Zusammenhang mit dem Ausbau staatlicher Überwachung und Kontrolle. Im Rahmen der Konferenz wollen die Veranstalter diese Entwicklungen der vergangenen Jahre analysieren. Gleichzeitig sollen konkrete Vorschläge diskutiert werden, wie Verletzungen der Grundrechte wirksamer verhindert und die Fülle staatlicher Macht eingeschränkt und kontrolliert werden können.

Die Legitimität des Sicherheitsdenkens hat in den letzten Jahre Risse bekommen. Diese zu vertiefen, ist das Ziel des Kongresses.

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Foto der Verleihung der Theodor-Heuss-Medaille 2008
Foto der Verleihung der Theodor-Heuss-Medaille 2008

Begrüßung (Dr. Ludwig Theodor Heuss Vorsitzender der Theodor-Heuss-Stiftung)
Dank des Preiträgers (Gerhart R. Baum)
Schlusswort ( Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, MdB Bundesjustizministerin a.D. / stellv. Vorsitzende der Theodor-Heuss-Stiftung)
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Festrede: Bürgerrechte sichern - Sicherheit stärken (Prof. Dr. Dres. h.c. Spiros Simitis)
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Urkunde Theodor-Heuss-Medaille 2008
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Donnerstag, 24. April, 2008

Ein Streitgespräch zum Ethik- und Religionsunterricht in Berlin am Donnerstag, den 24. April 2008 um 19:00 Uhr im Robert-Havemann-Saal

mit

  • Dr. Christoph Lehmann, Vorsitzender von Pro Reli e.V. - Initiative für Religiöse und Politische Bildung
  • Peter Kriesel, Bundesvorsitzender des Fachverbandes Ethik e.V.
  • moderiert von Dr. Kirsten Wiese (Humanistische Union)

“Wir wollen Wahlfreiheit!” - unter diesem Motto will die Initiative “Pro Reli” den gemeinsamen Ethikunterricht abschaffen. Der besteht seit 2006 in Berlin als Pflichtfach für die Jahrgangsstufen 7 bis 10. Durch ein Volksbegehren will die Initiative den bekenntnisgebundenen Religions- und Weltanschauungsunterricht im Rahmen eines Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion als ordentliches Lehrfach etablieren.

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Mittwoch, 7. Mai, 2008

Veranstaltung mit Rolf Gössner

Thema:
Menschenrechte in Zeiten des Terrors

Veranstaltungsort:
CHEMNITZ, Volkshochschule (Moritzstr. 20)

Uhrzeit:
19:00 Uhr

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Mittwoch, 30. April, 2008

Veranstaltung mit Rolf Gössner

Thema:
Menschenrechte in Zeiten des Terrors

Veranstaltungsort:
KIEL, Die Pumpe

Uhrzeit:
20:00 Uhr

Veranstalter u.a.:
Rote Hilfe Kiel

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