Liga-Präsident Rolf Gössner: „Bundesinnenminister Schäuble wird mit seinen
sicherheitspolitischen Horrorplänen mehr und mehr zum Sicherheitsrisiko. Der
staatliche Antiterrorkampf hat sich längst als Gefahr für Demokratie,
Bürgerrechte und Rechtsstaat erwiesen. Wer weiter an der Aufrüstungsschraube
dreht, handelt populistisch und unverantwortlich.“

Anlässlich des Erscheinens seines neuen Buches „Menschenrechte in Zeiten des
Terrors - Kolateralschäden an der ‚Heimatfront’“ warnt Rolf Gössner vor den
Überwachungsplänen der Großen Koalition und vor einem „entfesselten,
autoritären Sicherheitsstaat, in dem Rechtssicherheit und Vertrauen
allmählich verloren gehen“. Die illegal bereits praktizierte heimliche
Online-Durchsuchung von privaten Computern via Internet ohne jeglichen
Straftatverdacht sei eine kaum kontrollierbare Maßnahme mit höchster
Eingriffsintensität, die auch Unverdächtige nicht verschone; die geplante
längerfristige Zwangsspeicherung von Telekommunikationsdaten aller Nutzer
auf Vorrat, um sie für Sicherheitsbehörden zugänglich zu halten, verstoße
gegen den Verfassungsgrundsatz der Verhältnismäßigkeit und berge eine hohe
Missbrauchsgefahr; die Einrichtung von Referenzdateien mit biometrischen
Daten und deren Nutzung für Zwecke der Kriminalitätsbekämpfung und
Prävention bedeute eine erkennungsdienstliche Erfassung der ge-samten
Bevölkerung auf Vorrat und führe zu einer verfassungswidrigen
Überwachungsstruktur.

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Hinweis auf eine hochaktuelle Neuerscheinung (Anfang Mai 2007):Rolf Gössner
MENSCHENRECHTE IN ZEITEN DES TERRORS
Kollateralschäden an der „Heimatfront“
Mit diesem Buch wird erstmals das ganze Ausmaß der staatlichen
Terrorismusbekämpfung und ihrer fatalen Auswirkungen auf Demokratie,
Menschenrechte und Rechtsstaat in der Bundesrepublik herausgearbeitet und
anschaulich dargestellt. Es liefert auch den rechtspolitischen Hintergrund
für die aktuelle Debatte um die neuesten Überwachungspläne von
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.
Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 kommt es weltweit zu
gravierenden Menschenrechts-verletzungen – nicht allein durch Terrorakte,
sondern durch die weltweite „Terrorismusbekämpfung“. Auch in der
Bundesrepublik übertrafen sich nach den Terroranschlägen von New York,
Madrid und London Parteien und Sicherheitspolitiker gegenseitig mit
Gesetzesvorschlägen, die der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger dienen
sollen, mit Sicherheit aber ihre Freiheitsrechte einschränken. Mit den
„Antiterror“-Gesetzen von 2002 wurden u.a. Polizei- und
Geheimdienst-Befugnisse ausgeweitet, Sicherheitsüberprüfungen von
Arbeitnehmern auf “lebens- und verteidigungswichtige Betriebe” ausgedehnt,
“biometrische Daten” in Ausweispapieren erfasst, Migranten unter
Generalverdacht gestellt und einer noch intensiveren Überwachung unterzogen.
Der staatliche „Antiterrorkampf“ stellt sich immer mehr als ein enormes
Umorientierungs-, Umerziehungs- und Umgestaltungsprogramm heraus – ein
Programm der Demontage her-gebrachter Grundsätze des Völkerrechts, der
Menschen- und Bürgerrechte und des liberal-demokratischen Rechtsstaates, wie
wir sie aus politischen Festtagsreden kennen. Im Kern geht es um den Umbau
der Sicherheitsarchitektur und um die Entgrenzung staatlicher Macht: der
Bundeswehreinsatz im Inland und damit die Militarisierung der „Inneren
Sicherheit“ sowie die Zentralisierung und Vernetzung aller
Sicherheitsbehörden stehen für diese verhängnisvolle Entwicklung.
Als Publizist, Rechtsanwalt, Sachverständiger und Menschenrechtler hat Rolf
Gössner die oft skandalösen Kollateralschäden dieses staatlichen
„Antiterrorkampfes“ an der „Heimatfront“ aufgedeckt und analysiert. Er zieht
nach fünf Jahren kritisch Bilanz darüber, was sich seit dem 11.9.2001 im
Namen der Freiheit und Sicherheit hierzulande verändert hat und wohin die
Entwicklung geht.

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